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31.10.2026

Zeckenzeit in vollem Gange

Mit den steigenden Temperaturen beginnt auch wieder die Zeckensaison. Ob beim Wandern, Spazierengehen oder über Haustiere, die sie mit ins Haus bringen – aktuell trifft man wieder häufiger auf Zecken.

Über mögliche Gesundheitsrisiken und wirksame Schutzmaßnahmen informiert Dr. Marcella Arnegger vom Medizinischen Versorgungszentrum am Klinikum Garmisch-Partenkirchen: „Zecken können insbesondere zwei Krankheiten übertragen: Borreliose und FSME“, erklärt Dr. Arnegger. Bei der Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die bei frühzeitiger Diagnose in der Regel gut mit Antibiotika behandelt werden kann. Ein typisches Warnsignal ist eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle, die Betroffene ernst nehmen sollten.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) hingegen wird durch Viren verursacht und kann nicht gezielt behandelt werden. Umso wichtiger ist hier die Vorsorge. „Eine Impfung bietet einen wirksamen Schutz vor der Erkrankung und wird insbesondere in Risikogebieten empfohlen“, so die Ärztin. Ganz Bayern zählt mittlerweile zum Risikogebiet. 

Die FSME-Infektion kann schwere und teils dauerhafte Spätfolgen verursachen, vor allem wenn Gehirn oder Rückenmark entzündet sind. Etwa jede dritte betroffene Person leidet langfristig unter neurologischen Beschwerden. 

Um das Infektionsrisiko zu minimieren, rät Dr. Arnegger dazu, nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich auf Zecken abzusuchen. Ebenso sollte der Impfschutz gegen FSME regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.

Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell entfernt werden. Hierfür eignen sich spitze Pinzetten, Zeckenkarten oder spezielle Zeckenzangen. „Wichtig ist, die Zecke hautnah zu greifen und langsam sowie gerade herauszuziehen“, empfiehlt die Medizinerin. Vom Einsatz von Hausmitteln wie Öl, Kleber oder Alkohol wird ausdrücklich abgeraten, da diese das Risiko einer Infektion erhöhen können.

Aufmerksamkeit und Prävention sind der beste Schutz. Wer einige einfache Maßnahmen beachtet, kann die Natur auch während der Zeckensaison unbeschwert genießen.